Eine an Besessenheit grenzende Leidenschaft für den Honig, die Freundschaft zu unseren Bienen und der unbändige Wille, Ihnen die bestmöglichen Genussmomente zu bescheren – das ist die Grundlage unserer Arbeit bei der Bio-Imkerei HockHonig.
Für uns ist Honig der Schlüssel zur süßen Genusskultur. Wo sonst gibt es ein solch komplexes, freud- und lustvolles, manchmal magisches Erleben, das die ganze Kraft blühender Natur einfängt? Versammelt am Tisch der Vielfalt, mit jedem Löffel puren Frühlingsblütenhonigs, sind wir vereint im Genuss der besten Naturprodukte.
Doch wer diesen Genuss so ernst nimmt wie wir, der gibt sich nicht mit dem Gefühl allein zufrieden. Er will ihn verstehen. Beschreiben. Messen. Genau deshalb habe ich noch einen Schritt getan: Seit 2025 bin ich ausgebildeter Honigsommelier und Honig-Juror beim eurobee Honey Award.
Denn wer Honig professionell beurteilen kann, erntet ihn anders. Sorgfältiger. Genauer. Mit einem Maßstab, den die meisten gar nicht kennen. Und genau dieser Maßstab landet am Ende in Ihrem Glas.
Riechen, bevor man schmeckt: das olfaktorische Handwerk
Die Nase entscheidet zuerst. Bevor ein Tropfen die Zunge berührt, liest ein geschulter Sommelier den Duft eines Honigs wie einen Text – und zwar systematisch. Wir arbeiten mit einem Aroma-Rad, das Düfte in Familien ordnet: blumig, fruchtig, warm, pflanzlich, aromatisch, chemisch, animalisch. Jede Familie verzweigt sich weiter – „fruchtig“ wird zu frischen, tropischen, eingekochten oder fermentierten Früchten.
Entscheidend ist dabei nicht, wie stark ein Honig riecht, sondern ob sein Duft zur Sorte passt. Ich prüfe zuerst die Intensität – schwach, mittel, stark –, dann beschreibe ich, was ich rieche, und gleiche es mit dem Idealbild der Sorte ab. Ein einziger sortenfremder Ton – eine Gärungsnote, ein Hauch Rauch – ist ein Warnsignal. Bei der Bewertung fremder Honige führt so etwas zur Abwertung. In der eigenen Imkerei führt es zu der Frage: Wie verhindere ich das von vornherein?
Schmecken mit Struktur: das gustatorische Handwerk
Am Gaumen wird es vielschichtig. Ich bewerte die Süße, die Säure, eine mögliche Bitterkeit – jeweils von fehlend bis stark. Dann die Persistenz: Wie lange hält der Geschmack an, kurz oder lang? Und schließlich den Abgang, den Nachgeschmack, der oft mehr über einen Honig verrät als der erste Eindruck. Adstringierend, erfrischend, kühlend, manchmal pikant – das alles sind präzise Vokabeln, keine Geschmackssache.
Diese Sprache trennt den Kenner vom Genießer. Und sie ist der Grund, warum ich beim eigenen Honig sofort merke, wenn etwas nicht stimmt.
Zwei Honige, zwei Idealbilder
Was das konkret heißt, zeigen zwei Sorten aus meiner Ausbildung besonders schön:
Der Kirschblütenhonig ist ein Honig mittlerer Intensität, hell- bis dunkelbernsteinfarben, mit feinster Kristallstruktur. In der Nase blüht er auf – Kirschblüte, dazu warme Töne von Mandel und Toffee, eine fruchtige Tiefe wie geröstetes Obst oder Datteln. Am Gaumen kommen Marzipan und Karamell, ein Hauch Bittermandel, ein leicht herber, etwas saurer Abgang. Ein Honig mit Charakter, der genau diese Vielschichtigkeit zeigen muss, um als typisch zu gelten.
Der Edelkastanienhonig ist sein Gegenstück: kräftig, von hellem bis dunklem Bernstein, mit intensivem, fast medizinisch-herbem Duft nach trockenem Holz. Sein Geschmack ist aromatisch, würzig, von Tanninen geprägt – bitter, herb, lang anhaltend, für einen Blütenhonig auffällig wenig süß. Wer hier Süße erwartet, hat die Sorte nicht verstanden. Gerade die Herbe ist die Qualität.
Genau das ist die Kunst: zu wissen, was eine Sorte sein soll – und sie genau dorthin zu führen.
Der Sommelier am Bienenstock
Dieses geschulte Riechen und Schmecken bleibt nicht im Prüfraum. Es wandert mit mir zurück an die Schleuder. Ich ernte erst, wenn der Honig reif verdeckelt ist, schleudere kalt, fülle schonend ab – nicht aus Prinzip, sondern weil ich genau weiß, welcher Verarbeitungsfehler welchen sensorischen Mangel erzeugt. Wärme zerstört Enzyme und Aroma. Ein zu hoher Wassergehalt öffnet der Gärung die Tür. Beides schmeckt man. Beides vermeide ich.
So entsteht ein Sortiment, das die Probe aufs Exempel besteht: Honige, die nicht nur ehrlich erzeugt, sondern von einem geschulten Gaumen Charge für Charge auf den Punkt gebracht werden. Wenn Sie bei mir ein Glas kaufen, kaufen Sie Honig, der von jemandem geerntet wurde, der den Unterschied zwischen gut und sortentypisch nicht nur schmeckt – sondern ihn beruflich beurteilt.
